Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

am Ende des Jahres blicken wir noch einmal zurück auf die vergangene Saison 2017.
Mit einer Zusammenstellung von Bildern und Videos möchten wir uns bei allen bedanken, die uns die letzten 12 Monate begleitet haben.

Wir sagen Danke an alle Sponsoren und Partner!
Danke an alle Mitarbeiter der Hochschule Darmstadt!
Danke an alle Freunde und Familien!
Danke an alle anderen Teams der Formula Student!
Danke an alle Unterstützer!

Wir freuen uns, die Saison 2018 gemeinsam mit Ihnen und Euch zu bestreiten!

Hier nochmals eine kleine Zusammenfassung unserer zurückliegenden Saison.

Vom Computer auf die Strecke

Wie üblich begann die neue Saison, noch bevor die alte beendet war. So trafen wir uns letztes Jahr in der freien Woche zwischen dem Event am Hockenheimring und dem in Spanien, um in einem ersten Meeting die Teamstruktur für die Saison 2017 zu formen. Nicht nur die Besetzung der Teamleitung änderte sich, auch fast alle Subteams wurden von einer neuen Spitze übernommen. Direkt im Anschluss ging es dann für ein erstes Teambuilding in den Kletterwald Darmstadt, wo wir sportlich in die neue Saison starteten. Am nächsten Tag stand dann das Konzept für den neuen Boliden an. Hier wurden die Pläne der einzelnen Subteams für den Bau des F17 besprochen und somit der Grundstein für den neunten Verbrenner-Rennwagen in der FaSTDaGeschichte gelegt. Das Ziel war klar: Der F17 sollte auf seinem Vorgänger aufbauen und die bewährten Konstruktionen im Detail verbessert werden. Nur wenn nötig, sollten Teile komplett neu entwickelt werden. Gleichzeitig sollte Gewicht eingespart werden und die Gesamtperformance verbessert werden.

Nach der Rückkehr aus Spanien und einer kurzen Verschnaufpause ging es dann mit der Entwicklung der einzelnen Bauteile los. Mit dem Umstieg der CAD-Software auf Siemens NX stand hier die erste Hürde bevor, die aber durch die Unterstützung von Alumni und der Erfahrung mit anderen Systemen schnell überwunden wurde. So machten wir uns daran, unsere Konzepte als virtuelle Konstruktionen umzusetzen, Schnittstellen zu erarbeiten und – falls nötig – Anpassungen vorzunehmen. Auf diese Weise entstand bis zum Ende des Jahres Teil für Teil das CAD-Modell des F17.

Um daraus einen realen Rennwagen zu erschaffen, mussten die zahlreichen Einzelteile zunächst gekauft oder – in den meisten Fällen – gefertigt werden. Da wir nicht alle Konstruktionen selbst herstellen können, waren wir wieder auf die Mithilfe unserer Partnerfirmen angewiesen. Diese unterstützten uns bei der Fertigung von diversen Teilen – von der simplen Abstandshülse bis hin zur komplexen Radnabe. Vielen Dank an dieser Stelle für Ihren Beitrag an unserem Projekt! So trafen ab Anfang 2017 nach und nach die Komponenten für den F17 ein, sodass wir mit dem ersten Zusammenbau beginnen konnten.

Aber noch einmal kurz zurück zum Anfang der Saison…

Parallel zur Entwicklung des F17 wurde auch an unserer Garage fleißig gearbeitet. Während wir die Zeit am Rechner verbrachten, waren Handwerker mit der Renovierung unseres Gebäudes beschäftigt. Im Auftrag der Hochschule wurden unsere Räumlichkeiten komplett und nach unseren Wünschen modernisiert. Neben dem Gebäudeteil mit Büro, Lager, Bad und Küche erstrahlte fortan auch die Fassade in neuem Glanz! Zusätzlich wurde die Elektroinstallation in Werkstatt und Prüfstand vollständig erneuert, sodass es uns nie mehr an Licht oder Steckdosen mangelt. Während der Umbaumaßnahmen bot uns die Hochschule einen großen Ausweichraum, der perfekt für Teamtreffen und das gemeinsame Konstruieren geeignet war. So konnten wir weiterhin produktiv arbeiten und die erste Saisonhälfte hinter uns bringen. Mit dem Start des Sommersemesters war die Garage dann fertig für unsere Rückkehr und in der neuen Umgebung legten wir direkt mit dem Zusammenbau des F17 los.

Aus 3000 mach 1

Als Ausgangspunkt und Grundgerüst diente hierbei der Rahmen, an dem alle weiteren Teile befestigt wurden. Wie zuvor am Computer entstand so Stück für Stück der fertige Rennwagen. Nicht immer lief dabei alles glatt und wir mussten den ein oder anderen Rückschlag verbuchen. Doch davon ließen wir uns nicht aufhalten! Unaufhörlich arbeiteten wir an der Fertigstellung unseres Boliden! So wurde aus einer beinahe unüberschaubaren Anzahl von Einzelteilen letztendlich eines – der F17.

Vorhang auf!

Pünktlich zum Rollout am 2. Juni war es dann geschafft. Die letzte Schraube, das letzte Kabel, der letzte Aufkleber – alles fertig. Wie jedes Jahr waren Sponsoren und Partner, Mitarbeiter der Hochschule und natürlich Familien und Freunde des Teams eingeladen, um mit uns zusammen die Premiere des F17 zu feiern. Den ersten Teil des Rollouts bildete eine Technikpräsentation, in der die Arbeit der verschiedenen Subteams vorgestellt und das ein oder andere Bauteil näher beleuchtet wurde. So bekamen die Gäste einen Einblick hinter die Kulissen beim Bau eines Rennwagens und die Spannung im Publikum stieg. Natürlich durften auch kurze Ansprachen von unserem Faculty Advisor, Prof. Dr.-Ing. Mario Säglitz, sowie von Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Manfred Loch stellvertretend für die h_da nicht fehlen. Mit einem Video zur Entstehung des F17 endete die Präsentation und es ging zum Highlight des Abends über. Hierfür hatten wir uns wieder etwas ganz Spezielles einfallen lassen. Im Rahmen einer spektakulären Licht- und Musikshow enthüllte sich der F17 selbst und wurde von den Gästen begeistert in Empfang genommen! Dies war wie jedes Jahr die Belohnung für die anstrengenden Monate davor und ein großer Motivationsschub für die Zeit danach.

Ab auf die Strecke!

Kaum war das Rollout vorbei und das Team mal wieder richtig ausgeschlafen, startete die Testphase für den F17. Dafür waren wir nicht nur auf unserer Hausstrecke im Odenwald unterwegs, sondern auch bei drei von Sponsoren organisierten Testevents mit von der Partie. An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an Brunel, ETAS und norelem für die Einladung zu den Veranstaltungen! Hier konnten wir unter Event-Bedingungen fahren und den Rennwagen ausgiebig auf Herz und Nieren testen. Neben der Abstimmung des Motors und der Einstellung des Fahrwerks wurden auch andere Komponenten angepasst. Parallel konnte das Team wichtige Abläufe üben und die Fahrer hatten Gelegenheit, sich mit dem Fahrzeug vertraut zu machen. So wurden Mensch und Maschine optimal auf die Events vorbereitet und das Team konnte es kaum erwarten, das erste Mal auf die internationale Konkurrenz zu treffen.

Formula Student East
Euroring Örkeny
19. – 24. Juli

Ende Juli war es dann so weit: Zum ersten Mal in der Teamgeschichte machten wir uns auf den Weg nach Ungarn zur Formula Student East. Aufgrund der zeitgleich stattfindenden Klausurenphase reisten wir nur in Minimalbesetzung nach Örkeny, wo wir nach 14 Stunden Fahrt strahlenden Sonnenschein und 37 andere Teams aus aller Welt vorfanden.

Direkt nach der Ankunft wurde die Box eingeräumt und das Camp aufgebaut, bevor es am nächsten Tag dann richtig losging. Nach der obligatorischen technischen Abnahme waren zunächst die statischen Disziplinen dran, die wir sehr erfolgreich abschließen konnten. Bei Skidpad, Acceleration und Autocross ging es dann auf der Strecke auf Zeitenjagd. Hier hatten wir noch mit Motorproblemen zu kämpfen, die wir bis zum abschließenden Endurance aber weitestgehend beheben konnten. So konnten wir die 22 km ohne große Probleme durchfahren und den ersten erfolgreichen Endurance der Saison feiern! Doch damit nicht genug! Bei der Siegerehrung am letzten Abend hieß es dann „FaSTDa Racing, come to the stage!“ Nach einer kurzen Schrecksekunde war der Jubel dann groß – 1. Platz in der Efficiency-Wertung und zum ersten Mal überhaupt ein Pokal für das Team! In der Gesamtwertung erreichten wir damit einen sensationellen 5. Platz bei den Verbrennern! Mit entsprechend guter Laune ging es nach einer Woche am Euroring dann am nächsten Tag zurück nach Darmstadt.

Formula Student Czech Republic
Autodrom Most
2. – 5. August

Eine Woche später machten wir uns auf in Richtung Tschechien, wo wir in Most an den Erfolg aus dem Vorjahr anknüpfen wollten. Zunächst sah auch alles danach aus. Als eines der ersten Teams absolvierten wir die technische Abnahme und hatten so viel Zeit auf der Teststrecke. Bei den Statics konnten wir die Erfahrungen aus Ungarn nutzen und uns im Engineering Design den 7. sowie im Cost Report den 5. Platz sichern. Es folgte Platz 4 im Skidpad und das Autocross beendeten wir sogar als drittschnellstes Team! Mit diesen Ergebnissen war das Podium in der Gesamtwertung in greifbarer Nähe! Auch im Endurance lief alles nach Plan und der erste Fahrer fuhr konstant schnelle Zeiten. Dann allerdings die Enttäuschung beim Fahrerwechsel: Weil ein kleiner Schalter defekt war, löste ein Sicherheitskreis aus und der Motor war nicht mehr zu starten. Damit war das Rennen für uns beendet.

Ohne die Punkte aus Endurance und Fuel Efficiency reichte es in der Gesamtwertung dann nur noch für den 17. Platz – ein bitteres Ende eines sonst sehr erfolgreichen Events. Doch davon ließen wir uns nicht die Stimmung verderben und so feierten wir mit unseren Freunden von FaSTTUBe aus Berlin ein tolles Event, bevor wir uns auf den Weg nach Hockenheim machten.

Formula Student Germany
Hockenheimring
8. – 13. August

Kaum aus Tschechien zurückgekehrt, ging es schon wieder weiter nach Hockenheim zum weltweit größten und renommiertesten Events. Auch hier wollten wir die sehr gute Platzierung der Vorsaison wiederholen, waren uns aber gleichzeitig der enorm starken Konkurrenz bewusst. Der erste Gegner war das schlechte Wetter, das fast die gesamte Woche für gedrückte Stimmung und schlechte Streckenbedingungen sorgte.

Auch in Hockenheim konnten wir die technische Abnahme schnell passieren und hatten so genug Zeit, uns auf die verschiedenen Disziplinen vorzubereiten. Wie schon zuvor liefen die Statics sehr gut, allen voran der Cost Report, bei dem wir einen ausgezeichneten 7. Platz erreichten! Auf der Strecke machte uns dann aber der Regen Probleme und wir konnten nicht unsere volle Leistung abrufen. Beim Endurance war das Wetter dann glücklicherweise etwas besser und wir schöpften Hoffnung, dass wir noch einmal deutlich machen könnten, wie schnell unsere Fahrer und der F17 sind – und das waren sie dann auch. Aber damit nicht genug: Noch vor dem Fahrerwechsel riss eine Verbindungstelle am Krümmer und von da an ersparten sich die Abgase den mühsamen Weg durch den Endschalldämpfer. Dementsprechend laut setzten wir unsere Fahrt fort, mit der Gewissheit, dass uns die unerlaubt hohe Lautstärke die Punkte fürs Endurance kosten würde. Zu unserer Überraschung durfte nach den ersten elf Kilometern auch unser zweiter Fahrer noch auf die Strecke und den Zuschauern wurde somit eine ordentliche Show geboten. Runde für Runde donnerte der F17 über die Strecke, bis die Kommentatoren schließlich den erlösenden Satz aussprachen: „Completing endurance: The loudest car ever, UAS Darmstadt, car number 242!“ Durchgefahren also, aber Punkte gab es wie erwartet keine.

Trotzdem war die Stimmung im Team gut und wir genossen den Rest des Events, ehe wir zu unserer Garage in Darmstadt zurückkehrten.

Ein Blick zurück…

Ein ereignisreiches Jahr also, während dem sicherlich nie Langeweile aufkam. Wieder einmal können wir voller Stolz behaupten, in einem so anspruchsvollen Wettbewerb wie der Formula Student bestanden und in unserer zehnten Saison eine Menge erreicht zu haben. Neben den offensichtlichen Highlights wie dem Rollout oder den Events gab es noch unzählige andere, kleinere Momente, die die letzten zwölf Monate für jedes der knapp 60 Teammitglieder unvergesslich gemacht haben. Bei all dem Stress, all den kurzen Nächten und anstrengenden Tagen hat das Team stets zusammengehalten, sich gegenseitig aufgebaut und angetrieben, gemeinsam angepackt und sich letztendlich mit einer erfolgreichen Saison voll mit tollen Erfahrungen belohnt. Das ist es, was die Formula Student auszeichnet und so einzigartig macht. Und daher erinnern wir uns gerne an die vergangene Zeit zurück, auch wenn wir mit dem Kopf schon beim F18 sind. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um uns bei allen herzlich zu bedanken, die uns das ermöglicht haben! Der Dank gilt unseren Sponsoren und Partnern, den Professoren und Mitarbeitern der Hochschule Darmstadt, unseren Familien, Freunden und Partnern sowie den Unterstützern und Fans des Teams! Vielen Dank für Eure/ Ihre Unterstützung, Geduld und Anteilnahme, die uns das letzte Jahr über begleitet haben!

… einer nach vorne.

Bereits im Februar wurde in einem ersten Konzepttreffen festgelegt, dass der F18 eine komplette Neuentwicklung wird, mit der direkt nach dem letzten Event begonnen wurde. Erstmals wird ein FaSTDa-Rennwagen auf einem Kohlefaser-Monocoque aufbauen und auch alle anderen Bereiche des Fahrzeugs erfahren eine grundlegende Überarbeitung. Eine ehrgeizige Aufgabe also, die von einer neuen Projektleitung, einigen neuen Subteamleitern und einem hochmotivierten Team angegangen wird.

Nach vielen Wochen harter Arbeit und mehreren Konstruktionswochenenden ist das CAD-Modell des F18 fast abgeschlossen und wir blicken das erste mal auf unseren (virtuellen) neuen Rennwagen. Direkt im Anschluss werden alle Teile für die Fertigung vorbereitet, bevor mit der Klausurenphase für die Teammitglieder eine andere Art der Herausforderung ansteht.

Wir sind gespannt, was die Saison 2018 für uns bereithält und welche Erlebnisse uns bevorstehen. Eines ist sicher: Es wird wieder ein ereignisreiches Jahr.

Wir freuen uns auf die nächsten 365 Tage Formula Student!